Ötzi – die Gletschermumie aus dem Eis

Ötzi ist eine mehr als 5.000 Jahre alte Mumie, die 1991 von Wanderern auf einer Höhe von 3.210 Metern in den Ötztaler Alpen gefunden wurde.

Ötzi

Der Sensationsfund vom Hauslabjoch
Ein deutsches Ehepaar entdeckte durch Zufall am 19. September 1991 auf einer Bergwanderung in den Ötztaler Alpen eine Mumie, die später unter dem Namen Ötzi weltweit bekannt wurde. Zum Zeitpunkt der Entdeckung ahnte noch niemand, dass es sich bei dem Fund um eine Sensation handelte. Erst bei genauer Untersuchung stellt sich heraus, dass es sich bei der Mumie um einen Mann handelte, der zum Ende der Jungsteinzeit gelebt hatte und ein Alter von mehr als 5.200 Jahren besaß. Die Gletschermumie wurde durch das Eis des Gletschers in diesem Zeitraum perfekt konserviert. Erst der ungewöhnlich heiße Sommer im Jahr 1991 ließ Teile des Gletschers so weit abtauen, dass die Mumie freigelegt wurde. Mit Ötzi kamen weitere Objekte aus der Jungsteinzeit ans Tageslicht. Das zurückweichende Eis gab Kleidung aus Fell und Leder, Werkzeuge und Waffen frei. Die Bergung erfolgte am 23. September 1991, ohne dass den Behörden damals bereits die Bedeutung des Fundes klar gewesen wäre. Anschließend gelangte die Gletschermumie in die Gerichtsmedizin der Universität Innsbruck, wo sie einer ersten Untersuchung unterzogen wurde.

Die Anatomie der Gletschermumie Ötzi
Ein Glück für die Forscher war der Umstand, dass es sich bei Ötzi um eine sogenannte „Feuchtmumie” handelt. Das bedeutet, dass in den Körperzellen des Mannes selbst nach mehr als 5.000 Jahren noch Feuchtigkeit gespeichert war, die das Gewebe verhältnismäßig elastisch hielt. Der perfekte Erhaltungszustand des Leichnams ließ die Wissenschaftler das Alter des Mannes zum Todeszeitpunkt auf 45-46 Jahre angeben. Die Mumie ist 1,54 Meter groß. Die tatsächliche Größe liegt allerdings über diesem Wert, weil die Mumie im Lauf der Jahrtausende geschrumpft ist. Es wird vermutet, dass der Mann zu Lebzeiten etwa 50 Kilogramm gewogen haben muss. Auffällig sind mehrere Tätowierungen am gesamten Körper von Ötzi. Sie entstanden durch das Einreiben von Kohlenstaub an offenen Wunden. Im Lendenbereich verlaufen parallele Linien über den Körper. Der rechte Fußknöchel ist von einer Linie umschlossen und hinter dem rechten Knie befindet sich eine Tätowierung in Form eines Kreuzes. Da sich viele Punktierungen direkt auf Akupunkturpunkten befinden, spekulieren die Forscher über eine therapeutische Funktion der Tätowierungen. Weitere Untersuchungen ergaben einen Schädelbruch zwischen Jochbein und Stirnbein sowie einen starken Abnutzungsgrad der Zähne.

Ötztal

Ötztal

Die letzten Tage im Leben von Ötzi
Durch die Untersuchung des Darminhaltes von Ötzi konnten die letzten Tage und Stunden des Mannes aus dem Eis mit großer Genauigkeit nachgestellt werden. Die im Darm gefundenen Pollen sind ein Beleg, dass Ötzi in den Tagen vor seinem Tod lange Strecken zurückgelegt hat, die ihn in verschiedene Vegetationszonen führten. Zunächst hielt er sich oberhalb der Baumgrenze auf. Vor 5.000 Jahren lag diese bei etwa 2.400 Metern Höhe. Heute liegt sie zwischen 1.800 und 2.100 Metern. Nach einem Abstieg ins Südtiroler Etsch- oder Schnalstal bewegte er sich sechs Stunden vor seinem Tod wieder in hochalpine Höhen. Rund 24 Stunden vor seinem Tod muss der Mann aus dem Eis in einen Kampf verwickelt gewesen sein. Den Beweis liefern Schnittwunden auf dem linken Arm und an den Händen. Darüber hinaus ist der Körper mit Kratzspuren übersät. Im Jahr 2011 wurde bekannt, dass Ötzi kurz vor seinem Tod eine Rast eingelegt und gespeist hatte. Das ergab die Untersuchung des Mageninhaltes. Der Magen wurde erst im Jahr 2009 an einem ungewöhnlichen Ort im Brustkorb lokalisiert. Zur aufgenommenen Nahrung gehörte unter anderem das Fleisch eines Alpen-Steinbocks.

Die rätselhaften Umstände des gewaltsamen Todes von Ötzi
Dass der Mann aus der Jungsteinzeit eines gewaltsamen Todes starb, steht für die Forscher außer Frage. In seiner Schulter wurde im Jahr 2001 eine Pfeilspitze entdeckt, die von einem Gegner abgefeuert sein musste. Sie traf Ötzi wahrscheinlich, während er rastete, von hinten. Der Pfeil riss ein zwei Zentimeter großes Loch in das Schulterblatt und verletzte die Wand der unteren Schlüsselbeinarterie. Ob auch die Hauptschlagader verletzt wurde, was innerhalb kurzer Zeit zum Tod geführt hätte, konnte bis heute nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Über die Todesursache herrscht unter den Wissenschaftlern Uneinigkeit und einige Varianten werden kontrovers diskutiert. Der Tod als unmittelbare Folge der Schussverletzung scheint die plausibelste Erklärung zu sein. Allerdings wurde bei Ötzi auch ein schweres Schädelhirntrauma nachgewiesen, was ebenfalls als mögliche Todesursache infrage kommt.

Die Gletschermumie aus dem Eis können Sie im Archäologischen Museum der Stadt Bozen in Südtirol besichtigen. Im Jahr 1998 wurde Ötzi nach Italien überführt, nachdem sich herausgestellt hatte, dass der Fundort der Mumie auf italienischem Staatsgebiet lag.

Unternehmen Sie in Ihrem Ferienhaus Urlaub in Tirol eine Wanderung zur Fundstelle der Gletschermumie im Ötztal und besuchen Sie Ötzi im Archäologischen Museum in Bozen.


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